Ich finde es immer wieder spannend, wie anders sich eine vertraute Bewegung an einem neuen Ort anfühlen kann. Die gleiche Yogamatte, der gleiche Körper und eine Haltung, die wir schon viele Male geübt haben – und trotzdem nehmen wir plötzlich etwas Neues wahr.
Der Boden fühlt sich anders an. Das Licht verändert den Raum. Wir hören andere Geräusche, bewegen uns zu einer anderen Tageszeit oder haben vor der Yogastunde bereits einen Spaziergang gemacht, statt direkt vom Schreibtisch auf die Matte zu wechseln.
Unser Körper ist noch derselbe, aber die Situation ist eine andere und das kann unsere Aufmerksamkeit verändern.

Unser Körper kennt seine vertrauten Abläufe sehr gut
Unser Alltag besteht aus vielen Bewegungen, die wir so häufig wiederholen, dass wir kaum noch darüber nachdenken müssen. Wir stehen auf, gehen durch unsere Wohnung, nehmen dieselben Wege, sitzen auf vertrauten Stühlen und bewegen uns in Abläufen, die unser Körper längst kennt. Das ist eine großartige Fähigkeit.
Unser Körper muss schließlich nicht jeden Morgen neu lernen, wie Gehen funktioniert oder wie wir eine Tasse aus dem Schrank holen. Gleichzeitig führt diese Vertrautheit dazu, dass wir viele Bewegungen einfach ausführen, ohne ihnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Das gilt auch für Yoga. Wenn wir eine Haltung gut kennen, wissen wir, wo die Füße stehen, wohin die Arme gehen und welcher Ablauf als Nächstes kommt. Bekannte Bewegung kann noch sehr viel mehr sein als eine vertraute Form. Wir können immer wieder neu entdecken, wie wir sie heute organisieren.
Eine neue Umgebung macht uns aufmerksamer
Wenn wir an einen anderen Ort reisen, verändert sich vieles, ohne dass wir dafür aktiv etwas tun müssen. Wir bewegen uns auf einem anderen Untergrund, gehen andere Wege und verbringen unseren Tag in einem neuen Rhythmus. Der Körper bekommt dadurch andere Aufgaben und unsere Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf das, was gerade geschieht.
Das erlebe ich bei Yogareisen sehr deutlich. Eine bekannte Balancehaltung kann sich auf einem ungewohnten Boden plötzlich neu anfühlen. Eine Drehung bekommt eine andere Qualität, wenn der Körper vorher mehrere Stunden gewandert ist. Eine ruhige Morgenpraxis fühlt sich anders an als eine Yogastunde nach einem langen Arbeitstag.
Ich finde genau diese Unterschiede wertvoll. Sie zeigen uns, dass Bewegung nicht isoliert stattfindet. Unser Körper bringt immer das mit auf die Matte, was er vorher erlebt hat.
Eine Asana bleibt nicht jeden Tag dieselbe
Eine Yogahaltung hat eine bestimmte Form und gleichzeitig entsteht sie jedes Mal neu. An einem Tag fühlen wir uns kraftvoll und stabil. An einem anderen Tag braucht der Körper mehr Zeit, um in Bewegung zu kommen. Nach einem langen Spaziergang können andere Bereiche Aufmerksamkeit verlangen als nach mehreren Stunden Sitzen.
Für mich liegt darin eine große Qualität von Yoga. Ich möchte eine Haltung nicht einfach möglichst genau reproduzieren. Mich interessiert, was der Körper heute daraus macht.
- Wo entsteht Stabilität?
- Welche Bereiche arbeiten zusammen?
- Wo braucht es Kraft?
- Wie verändert sich eine Bewegung, wenn wir einen kleinen Impuls setzen?
- Und welche Variante fühlt sich heute klar und gut organisiert an?
Diese Neugier möchte ich im Unterricht fördern.
Ein neuer Ort schafft neue Bewegungserfahrungen
Bei einer Yogareise verbringen wir nicht nur die Yogastunden an einem anderen Ort. Der gesamte Tag verändert sich. Wir gehen mehr zu Fuß, bewegen uns draußen, sitzen anders, verbringen Zeit in der Natur, essen gemeinsam, ruhen uns aus und haben Raum für Gespräche.
All das gehört für mich zur Erfahrung einer RAUSZEIT dazu. Eine Wanderung fordert den Körper anders als eine Yogastunde. Ein Spaziergang über unebenen Boden stellt andere Anforderungen an Gleichgewicht und Koordination als der Weg durch die eigene Wohnung. Eine längere Ruhephase kann dazu führen, dass wir in der nächsten Praxis genauer wahrnehmen, wie sich Bewegung anfühlt. Ich sehe Yogareisen nicht einfach als Yogaunterricht mit schöner Aussicht. Der Ort, der Tagesrhythmus und die gemeinsamen Erfahrungen gehören für mich zusammen.
Bewegung darf neugierig machen
Ich spreche häufig darüber, dass unser Körper Abwechslung braucht. Eine Reise ist eine wunderbare Möglichkeit, diese Abwechslung ganz selbstverständlich zu erleben. Wir müssen dafür keine außergewöhnlichen Übungen machen. Der neue Ort bringt bereits andere Erfahrungen mit.
Wir gehen andere Wege. Wir bewegen uns auf unterschiedlichen Untergründen. Wir probieren Dinge aus, die im Alltag keinen festen Platz haben, und nehmen unseren Körper dadurch bewusster wahr. Diese Neugier können wir anschließend mit nach Hause nehmen. Denn genau darum geht es mir.
Eine RAUSZEIT soll nicht nur für einige schöne Tage sorgen und danach abgeschlossen sein. Ich freue mich, wenn Menschen etwas aus dieser Zeit in ihren Alltag mitnehmen. Das kann eine Bewegung sein, eine neue Wahrnehmung, mehr Vertrauen in den eigenen Körper oder die Erkenntnis, dass Bewegung viel vielfältiger sein darf, als sie bisher gedacht haben.
Dafür müssen wir nicht weit reisen
Natürlich braucht es keine Flugreise oder ein weit entferntes Retreat, um neue Bewegungserfahrungen zu machen. Auch ein Waldweg, eine andere Yogastunde, eine neue Bewegungsaufgabe oder ein unbekannter Kursraum können unsere Aufmerksamkeit verändern. Der besondere Wert einer RAUSZEIT liegt für mich deshalb nicht allein in der Entfernung. Es ist der Abstand zu den gewohnten Abläufen. Wenn nicht direkt der nächste Termin wartet, wenn der Laptop geschlossen bleibt und der Tag mehr Raum bekommt, können wir uns intensiver auf das einlassen, was wir gerade tun. Dann wird Bewegung nicht zu einem weiteren Punkt auf der Tagesliste, denn sie bekommt genau die Zeit, die sie braucht, um sehr viel zu verändern.
Yoga auf Reisen bedeutet für mich, Bewegung neu zu erleben
Ich mag Yogareisen, weil dort viele Dinge zusammenkommen, die ich auch in meinem normalen Unterricht wichtig finde. Bewegung darf kraftvoll und ruhig sein. Sie darf vertraut und neu sein. Wir können bekannte Haltungen üben und trotzdem andere Erfahrungen darin machen. Yoga, Spiraldynamik®, funktionelle Bewegung, Natur und der Alltag außerhalb der Matte gehören für mich dabei zusammen. Denn unser Körper unterscheidet nicht zwischen einer Yogastunde, einer Wanderung oder dem Weg zum Frühstück. Er sammelt Erfahrungen. Er bewegt sich, passt sich an, organisiert neue Aufgaben und zeigt uns immer wieder, wie viele Möglichkeiten in ihm stecken. Genau deshalb nehme ich von jeder Yogareise auch selbst etwas mit. Neue Beobachtungen, neue Ideen für meinen Unterricht und immer wieder die Freude darüber, wie unterschiedlich Menschen Bewegung erleben. Und genau das ist für mich einer der schönsten Gründe, Yoga auch einmal an einem anderen Ort zu erleben.
Lust auf eine Yogaleicht-RAUSZEIT?
Auch 2027 gibt es wieder verschiedene Yogaleicht-RAUSZEITEN an besonderen Orten.
Jede Reise hat ihren eigenen Schwerpunkt und ihre eigene Atmosphäre. Gemeinsam ist ihnen die Verbindung aus Yoga, Bewegung, Natur, Gemeinschaft und genügend Zeit, um den eigenen Körper wieder bewusster zu erleben.
Wenn du Lust hast, deinen Alltag für ein paar Tage hinter dir zu lassen und Bewegung in einer neuen Umgebung zu erleben, schau dir die kommenden Reisen in Ruhe an.
Eine davon passt genau zu dem, was du dir für deine nächste RAUSZEIT wünschst.



















